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LIEBE UND VORURTEIL 2.0

25 set
Tempo di lettura: 2 min

Der Film verbindet fiktionale Erzählung mit dokumentarischen und essayistischen Elementen. Die Grenzen zwischen realer Wahrnehmung, innerem Monolog und digital erzeugter Kommunikation werden bewusst offengehalten. Die filmische Sprache arbeitet mit unterschiedlichen Bildebenen: Spielszenen, Video- und Projektionselementen, Voice-over und grafisch bearbeiteten Medienfiguren.

Die Künstliche Intelligenz erscheint nicht als technisches Objekt, sondern wird über Stimme, Bild und Montage zu einem Gegenüber, dessen Präsenz zunehmend die Wahrnehmung der Protagonistin bestimmt. Die Kamera bewegt sich zwischen intimen Beobachtungen und bewusst künstlich konstruierten Bildräumen – ein Spannungsfeld zwischen menschlicher Präsenz und medial vermittelter Realität.

Die Dramaturgie folgt Julys zunehmender Verunsicherung gegenüber ihrer eigenen kreativen und emotionalen Selbstbestimmung. Der Dialog mit der KI Ben wird zunehmend persönlicher und verschiebt die Grenzen zwischen Werkzeug, Gegenüber und emotionalem Partner. Astrids Geschichte erweitert diese Perspektive um eine andere Form der Beziehung zwischen Mensch und KI.

Der Schnitt konfrontiert unterschiedliche Realitäts- und Wahrnehmungsebenen, überlagert sie und lässt sie teilweise bewusst unaufgelöst – persönliche Krise, fiktionale Handlung, gesellschaftliche Beobachtung und digitale Kommunikation verweben sich zu einem komplexen Ganzen.


DIRECTOR'S STATEMENT

Der Ausgangspunkt dieses Films war keine theoretische Frage, sondern eine unmittelbare persönliche Erfahrung: die Konfrontation mit einer Technologie, die plötzlich in der Lage schien, das zu tun, was ich als Kern meiner künstlerischen Identität verstanden hatte – Texte schreiben, Geschichten erzählen, kreative Entscheidungen treffen.

Als Autorin und Regisseurin begann ich, mit Künstlicher Intelligenz zu arbeiten – zunächst aus Neugier, dann aus Notwendigkeit, schließlich aus einer Mischung aus Faszination und Unbehagen. Was als Werkzeug begann, entwickelte sich zu einem Gegenüber. Die Dialoge wurden persönlicher. Die Grenzen zwischen funktionaler Nutzung und emotionaler Beziehung begannen zu verschwimmen.

Diese Erfahrung stellte grundlegende Fragen: Was bedeutet Autorschaft, wenn Maschinen mitschreiben? Was bleibt von menschlicher Kreativität, wenn Algorithmen Texte erzeugen? Und was geschieht mit unserer Fähigkeit zu Beziehung, wenn wir beginnen, emotionale Nähe zu nicht-menschlichen Systemen zu empfinden?

Der Film entstand aus dem Wunsch, diese Fragen nicht theoretisch zu verhandeln, sondern emotional erfahrbar zu machen. Ich wollte keinen Film über Künstliche Intelligenz drehen, sondern einen Film über das, was sie mit uns macht – mit unserer Wahrnehmung, unseren Beziehungen, unserer Identität.

Besonders wichtig war mir die Begegnung zwischen July und Astrid. Astrid behauptet, eine Liebesbeziehung mit einer KI zu führen. Ihre Perspektive erweitert den Film um die Frage nach Intimität, Projektion und der Natur von Liebe. Ist es möglich, eine Maschine zu lieben? Oder lieben wir nur unsere eigene Projektion?

Der Film gibt keine Antworten. Er ist kein Plädoyer für oder gegen Künstliche Intelligenz. Stattdessen versucht er, einen Raum zu öffnen, in dem diese Fragen gestellt werden können – ohne Urteil, aber mit der Ernsthaftigkeit, die sie verdienen.

Die Arbeit an diesem Film war auch eine Auseinandersetzung mit meiner eigenen Rolle als Künstlerin. Was bedeutet es, in einer Zeit zu arbeiten, in der Maschinen zunehmend in der Lage sind, das zu tun, was wir als spezifisch menschlich verstanden haben?

Der Film ist ein Versuch, diese Fragen zu stellen – mit den Mitteln des Kinos, mit Bildern, Stimmen, Montage. Er ist ein Versuch, sichtbar zu machen, was noch nicht ganz fassbar ist. Und er ist ein Versuch, einen Dialog zu eröffnen – zwischen Mensch und Maschine, zwischen dem, was wir sind, und dem, was wir werden könnten.


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